Notfallsymposium im GPR Klinikum für Fachpersonal aus Krankenhäusern und von Rettungsdiensten

Am vergangenen 3. Juni fand erneut im GPR Klinikum ein Notfallsymposium für Fachpersonal aus Krankenhäusern und von Rettungsdiensten statt. Dieses Notfallsymposium wurde 2019 als regelmäßiger Austausch für alle Beteiligten der Notdienste im GPR Klinikum etabliert und hat mittlerweile mit deutlich über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine große überregionale Bedeutung erlangt. Besonders erfreulich ist, dass nicht nur aus dem Rhein-Main-Gebiet, sondern bundesweit zahlreiche Anmeldungen eingegangen sind. Die Liste der Teilnehmer umfasste auch Vertreterinnen und Vertreter aus dem Odenwald, Rheinhessen, Gießen, Paderborn, Ravensburg, Zwickau und Bergisch-Gladbach. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Symposium zunehmend als wichtige Plattform für den fachlichen Austausch und die Weiterbildung wahrgenommen wird.

„Dieses Symposium betont die Bedeutung eines gut aufgestellten interdisziplinären Teams, das gemeinsam auf höchstem Niveau für die Versorgung von Notfallpatienten sorgt. Nur durch gemeinsame Anstrengungen und Zusammenarbeit können wir gut vorbereitet sein und exzellente Versorgung bieten. Das GPR Klinikum legt großen Wert auf interne und externe Kooperationen sowie gemeinsame Aktivitäten zum Wohle der Patientinnen und Patienten. Unser Ziel ist es, die medizinische Versorgung auf qualitativ hochwertigem Niveau sicherzustellen. Wir sind stets bestrebt, die Qualität der medizinischen Krankenversorgung in der Region zu verbessern und das Serviceniveau im Zusammenspiel von Rettungsdiensten, GPR Klinikum, Ärzten sowie Patientinnen und Patienten zu steigern“, sagte GPR Geschäftsführer Achim Neyer bei seiner Begrüßung.

Das GPR Notfallsymposium bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine breite Palette an hochkarätigen Vorträgen, Diskussionen und Workshops. Die hohe Teilnehmerzahl und das zunehmende überregionale Interesse zeigten, dass das GPR Notfallsymposium den Bedürfnissen der Fachleute im Rettungswesen immer mehr gerecht wird. Es bietet eine Plattform, um neueste Erkenntnisse und Best Practices auszutauschen und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachdisziplinen zu fördern. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten die Möglichkeit, ihr Wissen zu erweitern, neue Kontakte zu knüpfen und innovative Ansätze kennenzulernen, die ihre Arbeit in der Notfallmedizin verbessern können.

Am Vormittag wurden in Fachvorträgen die Themen: „Sepsis“ (Referenti: Dr. Christin Albrecht, Fachärztin der Klinik für Anästhesiologie, anästhesiologische Intensivmedizin und perioperative Schmerztherapie am GPR Klinikum Rüsselsheim), „Crew Resource Management (CRM)“ (Referent: Dr. med. Marco Renth, stellv. Leiter Notaufnahme am GPR Klinikum Rüsselsheim), „Fortbildung ist mehr als ein Termin“ (Referent: Dr. med. Sebastian Casu, Ärztlicher Direktor, Chefarzt Klinische Notfall- und Akutmedizin Asklepios Klinik Wandsbeck), „Der Rückenschmerz als Notfall – aus neurochirurgischer Sicht (Referent: Dr. med. Abdi Afsah, Neurochirurgische Gemeinschaftspraxis in Rüsselsheim und Wiesbaden) und „Moderne Techniken und Tricks, die man können sollte!“ (Referent: Dr. med. univ. Martin Fandler, Oberarzt Interdisziplinäre Notaufnahme Klinikum Bamberg) erörtert.

Am Nachmittag fanden dann sechs intensive Workshops statt, bei denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in kleineren Gruppen intensiv in verschiedene Notfallthemen einarbeiten und auch das Gelernte selbst direkt anwenden konnten.

Unter der Leitung von Dr. Marco Renth fand der Workshop „Atemwegsmanagement“ statt. Hier hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihr Wissen über die Behandlung von Atemwegsnotfällen zu vertiefen und praktische Fertigkeiten zu erwerben.

Ein weiterer Workshop mit dem Titel „Blutgasanalyse“ wurde von Dr. Michael Mader und Dr. Patrick Mann, aus der Klinik für Anästhesiologie, anästhesiologische Intensivmedizin und perioperative Schmerztherapie am GPR Klinikum Rüsselsheim, moderiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten Einblicke in die Interpretation von Blutgaswerten und lernten, diese Informationen in der Notfallmedizin effektiv zu nutzen.

Der Workshop „Feedbackgesteuerte Reanimation“ wurde von Till Koziol, Gesundheits- und Krankenpfleger am GPR Klinikum Rüsselsheim, durchgeführt. Hier wurden die Teilnehmenden in den Einsatz moderner Reanimationsgeräte eingewiesen und erhielten praktische Anleitungen zur Durchführung einer effektiven Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Unter der Leitung von Dr. med. Maren Hoffmann, Assistenzärztin der II. Medizinischen Klinik am GPR Klinikum Rüsselsheim, fand der Workshop „EKG“ statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten ihre Kenntnisse in der Interpretation von EKG-Befunden vertiefen und ihre Fähigkeiten zur Erkennung kardiologischer Notfälle verbessern.

Ein hochinteressanter Workshop wurde von Dr. med. univ. Martin Fandler geleitet. Hier stand die ultraschallgezielte Venenpunktion im Fokus, bei der die Teilnehmenden wichtige Techniken und Verfahren zur sicheren Venenzugangsanlage erlernten.

Ein weiterer Workshop mit dem Titel „Whiteboardteaching“ wurde von Dr. med. Sebastian Casu, Ärztlicher Direktor und Chefarzt Klinische Notfall- und Akutmedizin an der Asklepios Klinik Wandsbek, moderiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten wertvolle Tipps und Techniken zur Kommunikation und Wissensvermittlung mittels Whiteboard-Präsentationen.

„Unser ganz besonderer Dank geht an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die umfangreiche Vorbereitung und Organisation des GPR Notfallsymposiums sowie die gelungene Durchführung. Durch dieses Engagement hat sich diese Veranstaltung weit über die Grenzen Rüsselsheims hinaus etabliert und wird auch in den kommenden Jahren ganz sicher noch das Interesse weiterer Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet generieren“, so Achim Neyer abschließend.

 

 

Hintergrund:

Etwa 30.000 Menschen erleiden pro Jahr in Deutschland durch einen schweren Unfall multiple Schwerverletzungen (Polytraumen) und vergleichbar viele Patienten benötigen zudem eine Behandlung in einem sogenannten Schockraum. Der Tod durch Trauma ist in Deutschland die häufigste Todesursache der unter 45-Jährigen. Noch immer gehen mehr Lebensjahre durch Unfälle verloren als durch Krebs und Herzkreislauf-Versagen zusammen.

Um die Versorgung Schwerverletzter zu optimieren, wurden in der Notaufnahme des GPR Klinikums die klinikinternen Abläufe beim Eintreffen von Schwerverletzten in Anlehnung an die Standards der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie formuliert und verbindlich festgelegt. Im Falle einer Ankündigung, dass ein schwerverletzter Patient eintreffen werde, wird innerhalb des GPR Klinikums eine Alarmierungskaskade ausgelöst, die dazu führt, dass sich binnen Minuten eine festgelegte Anzahl von Mitarbeitern der unfallchirurgischen sowie der anästhesiologischen Klinik, des Instituts für Radiologie und Nuklearmedizin und des Pflegepersonals im Schockraum einfindet. Hier erwarten sie den Schwerverletzten, der vom Notarzt übergeben wird. Gemeinsam wird der Zustand des Verletzten rasch evaluiert, worauf gleichzeitig diagnostische Abklärung und therapeutische Stabilisierung anlaufen.