GPR Geschäftsführer Achim Neyer diskutiert Reformbedarf aus Sicht der Versorgungspraxis vor Ort beim Hessischen Gesundheitsforum 2024

Beim diesjährigen Hessischen Gesundheitsforum der AOK Hessen, das am 18. September 2024 unter dem Motto „Gesundheitsversorgung 2030 sichern – jetzt handeln!“ stattfand, war GPR Geschäftsführer Achim Neyer aktiv an der Podiumsdiskussion beteiligt. Das Forum, das von 50 ausgewählten Spitzenvertreterinnen und -vertretern der Politik und des Gesundheitswesens (u. a. Prof. Dr. Edgar Franke, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, Frau Diana Stolz, Hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Prof. Josef Hecken, Vorsitzender Gemeinsamer Bundesausschuss sowie der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen Dr. Frank Dastych) besucht wurde, bot eine Plattform, um die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Hessen zu beleuchten und Reformen anzustoßen.

 

Ein zentraler Aspekt der Veranstaltung war die Frage, wie die Überwindung der seit Jahrzehnten bestehenden Sektorengrenzen im Gesundheitssystem schneller und effizienter vorangetrieben werden kann. Obwohl wiederholt Reformen angekündigt wurden, hat sich in der Praxis bislang nur wenig verändert. Die Teilnehmenden des Forums diskutierten, ob die derzeitige Entwicklung hin zu einem besser vernetzten Gesundheitssystem ausreichend ist oder ob weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Versorgung zu sichern und zu verbessern.

Achim Neyer, der als Vorstandsvorsitzender des Klinikverbundes Hessen an der Podiumsdiskussion zum Reformbedarf aus Sicht der Versorgungspraxis vor Ort teilnahm, betonte die Notwendigkeit, die Gesundheitsversorgung zukunftssicher zu gestalten. In seiner Rede auf dem Podium ging Neyer besonders auf die schwierige finanzielle Lage der Krankenhäuser ein, die durch eine systematische Unterfinanzierung geprägt sei. „Die Krankenhäuser stehen vor großen Herausforderungen, insbesondere durch die unzureichende Finanzierung, die das tägliche Arbeiten erschwert“, betonte Neyer. Auch die Personalgewinnung gestalte sich zunehmend problematisch, insbesondere bei der Suche nach qualifizierten Nachwuchskräften in der Pflege. „Es ist besonders schwierig, junge Menschen für die Pflege zu gewinnen“, so Neyer weiter.

Kritisch äußerte sich der GPR-Geschäftsführer zudem zur aktuellen Krankenhausreform: „Viele Elemente der Reform funktionieren so nicht, da die zugrundeliegenden Berechnungen schlichtweg nicht adäquat sind.“ Ein zentrales Problem sei dabei das sogenannte Vorhaltebudget, das alle Kliniken massiv belaste.

Zum Abschluss der Diskussionsrunde durften alle Teilnehmenden einen Wunsch für die Zukunft äußern. Neyer forderte eine funktionierende Reform, die vor allem auf Qualität und nicht auf bürokratische Hürden setze: „Wir brauchen eine Reform, die die richtigen Wege findet, die auf Qualität achtet und nicht auf Personen. Vor allem benötigen wir eine spürbare Entbürokratisierung.“

In der Diskussionsrunde, die sich mit den Herausforderungen und Möglichkeiten der praktischen Versorgung befasste, diskutierte Neyer unter anderem mit Dr. Carola Koch, Vorstandsvorsitzende des GNEF – Arztnetz Frankfurt, Martin Hußing, Vorsitzender des Landespflegerates, und Dr. Isabella Erb-Herrmann, Vorstandsmitglied der AOK Hessen.

„Das Hessische Gesundheitsforum 2024 hat erneut gezeigt, dass es dringend notwendige Maßnahmen gibt, um die Qualität der Gesundheitsversorgung in Hessen nicht nur zu halten, sondern auch zu steigern. Die Diskussionen und Impulse, die von der Veranstaltung ausgingen, werden hoffentlich in die zukünftigen Planungen und Entscheidungen im Gesundheitssektor einfließen, so resümierte Achim Neyer.