„ALARMSTUFE ROT: GPR Klinikum beteiligt sich an Protestveranstaltung zur Krankenhausreform auf dem Römerberg

Die flächendeckende Krankenhausversorgung ist bereits vor der notwendigen Krankenhausreform gefährdet. Das GPR Klinikum setzt sich daher aktiv für die Zukunft der Gesundheitsversorgung ein und beteiligte sich heute mit 65 engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an einer Protestveranstaltung auf dem Römerberg.

Die Krankenhäuser stehen vor großen Herausforderungen. Einerseits sollen sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die kommende Tariferhöhung zahlen, andererseits werden sie mit steigender Inflation und fehlender Finanzierung der Personalkosten konfrontiert. Diese Belastungen könnten die Kliniken in die Insolvenz treiben. Die Politik muss handeln und ihre Verantwortung wahrnehmen, anstatt die Kliniken im Stich zu lassen.

In den Verhandlungen mit den Gewerkschaften hat die Bundesregierung Tariferhöhungen für den öffentlichen Dienst, einschließlich des Krankenhauspersonals, ab 2024 vereinbart. Eine Erhöhung von rund zehn Prozent ist zweifellos verdient. Jedoch verweigert die Politik den Kliniken einen angemessenen Inflationsausgleich und lässt sie mit dieser Tariferhöhung allein. Auch das GPR Klinikum fordert nachdrücklich die dauerhafte und vollständige Finanzierung der Tariferhöhung, da die Kliniken in wirtschaftliche Not geraten sind.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Inflation haben die finanziellen Reserven der Krankenhäuser aufgebraucht. Gesetzliche Vorgaben verhindern kostendeckende Preiserhöhungen, was den Kliniken wenig Spielraum lässt, um die höheren Tarife an das Krankenhauspersonal weiterzugeben. Um die Handlungsfähigkeit der Krankenhäuser sicherzustellen, sind dringende Gesetzesanpassungen auf Bundesebene erforderlich.

Die steigende Inflation hinterlässt ein Milliardenloch im Haushalt der Krankenhäuser. Während die Kliniken für das Jahr 2022 nur 2,32 Prozent Mehrkosten geltend machen durften, betrug die Inflationsrate 6,9 Prozent. Für das laufende Jahr sind 4,32 Prozent Kostensteigerung erlaubt, während die Inflationsrate zwischen 6,2 und 8,7 Prozent liegt. Bis zum Jahresende summiert sich ein Defizit von 10 Milliarden Euro, das die deutschen Krankenhäuser nicht finanzieren können.

Auch in Hessen haben bereits Kliniken im Jahr 2023 Insolvenz angemeldet, und weitere könnten folgen. Dies betrifft nicht nur kleine Kliniken oder einzelne Fachabteilungen, sondern auch große Kliniken mit breitem Versorgungsauftrag. Wenn die Politik, sowohl auf Bund- als auch auf Länderebene, nicht rasch handelt, droht eine gefährliche Schieflage. Die Krankenhäuser benötigen dringend eine nachhaltige Finanzierung der steigenden Tarifkosten und der inflationär bedingten Mehrkosten. Andernfalls geraten sie im Jahr 2024 noch tiefer in die Verlustzone und ihre Existenz wird ernsthaft bedroht.

Achim Neyer, Geschäftsführer des GPR Klinikums, betont: „Die Politik muss jetzt gemeinsam handeln, ansonsten gibt es keine Krankenhäuser mehr, die für die notwendige Krankenhausreform zur Verfügung stehen. Wir setzen uns entschlossen für die Zukunft unserer Gesundheitsversorgung ein und fordern eine gerechte und ausreichende Finanzierung, damit die Kliniken ihre wichtige Arbeit weiterführen können.“