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In der Folge wurde die sogenannte Fast-Track-Chirurgie hinterfragt: Nach einer Operation soll der Patient nicht lange im Bett liegen bleiben, sondern möglichst schnell wieder aufstehen. Die schnelle Mobilisation dient dem Heilungserfolg und lässt die operierten Menschen bald wieder zurück in ihren Alltag kommen. Und inzwischen wird das Konzept der sogenannten Fast-Track-Chirurgie sogar immer mehr ausgeweitet. An einigen Kliniken werden betroffenen Patienten gleichzeitig die beiden neuen Hüftgelenke eingesetzt, nach wenigen Stunden soll der Patient aufstehen und am Abend des OP-Tages schon wieder entlassen werden. Wie sinnvoll ist dieses Verfahren? Und für wen ist es überhaupt geeignet?
Mit Dr. Manfred Krieger hat der NDR einen ausgewiesenen Spezialisten auf diesem Gebiet gefunden, denn er hat bereits mehr als 120 Patienten ambulant eine Hüfte eingesetzt. Vor zwei Jahren hatte Dr. Krieger zum ersten Mal in Europa einem Patienten beide Hüftgelenke während eines operativen Eingriffs ambulant ersetzt. Dank optimaler Vorbereitung des Patienten, moderner minimalinvasiver OP-Technik und sofortiger Mobilisierung konnte der 44-jährige Patient die Klinik noch am Tag der OP verlassen. Damit hatte Dr. Krieger ein neues Kapitel in der Geschichte der Hüftgelenk-Chirurgie erfolgreich aufgeschlagen.
„Wir haben durchweg positive Erfahrungen mit der „Ultra-Fast-Track-Chirurgie“ gemacht. Zusammen mit meinem Team bereiten wir die Patienten optimal vor und betreuen sie nach der OP den ganzen Tag über intensiv. Erfüllen sie am Abend unsere strengen Entlassungskriterien, können sie die Klinik verlassen. Ganz wichtig ist es darauf hinzuweisen, dass kein Patient entlassen wird, von dem wir nicht zu 100 Prozent überzeugt sind, dass er sich risikolos im häuslichen Umfeld erholen kann“, so Dr. Krieger.
Die Vorteile für den Patienten liegen klar auf der Hand: Gewebeschonende OP-Methoden garantieren sofort nach dem Aufwachen eine fast uneingeschränkte Beweglichkeit des Hüftgelenks. Durch die schnelle Mobilisation reduziert sich das Thromboserisiko signifikant. Das Risiko, sich mit einem Krankenhauskeim zu infizieren, ist extrem gering, auch, weil keine sonst üblichen Drainageschläuche in die Wunde verlegt werden. Die Wundabsonderungen werden bei dieser Methode vom Körper ganz natürlich absorbiert. Darüber hinaus ist so gut wie nie eine Bluttransfusion mit all den damit verbundenen Risiken nötig.
Mit unserer Methode helfen wir den Patienten, ganz schnell im häuslichen Umfeld wieder gesund zu werden. Dabei werden unsere Patienten nie alleine gelassen. Sie bekommen bei der Entlassung alle nötigen Medikamente für eine Woche in einer Box gerichtet mit nach Hause. Außerdem erhalten sie eine Telefonnummer, unter der in den ersten Tagen nach der Entlassung rund um die Uhr ein Arzt aus dem Behandlungsteam erreichbar ist. Bisher hatten wir keinen einzigen Fall, der erneut wegen akuter Beschwerden in die Klinik zurückkommen musste“, so Dr. Krieger weiter.
„Als Arzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist Dr. Manfred Krieger ein Pionier der ersten Stunde im GPR Klinikum. Er hat in den vergangenen 20 Jahren über 3.500 Operationen im GPR Klinikum durchgeführt. Um den orthopädischen Patientinnen und Patienten eine hohe medizinische Qualität zu bieten, folgt die Orthopädie im GPR Klinikum stets dem technischen Fortschritt. Im Laufe von zwei Jahrzehnten hat sich die heutige Orthopädische Klinik, die Dr. Krieger seit 2020 als Chefarzt leitet, zu einer hoch leistungsfähigen Abteilung für innovative orthopädische Chirurgie entwickelt, die einen festen Platz im GPR Klinikum einnimmt“, so GPR Geschäftsführer Achim Neyer.
